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UNESCO

Der zweite Schritt zum UNESCO-Welterbe ist geschafft ...

9. Juli 2021

Es ist ein echtes Gemeinschaftsprojekt und gleichzeitig eine Herzensangelegenheit für alle Beteiligten: Mit der Einreichung der Bewerbungsunterlagen Stätten des Meissener Porzellans bewerben sich die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen, die Meissen Porzellan-Stiftung, die Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten und die Stadt Meißen für das sächsische Evaluierungsverfahren zur Fortschreibung der deutschen Tentativliste zur Nominierung von Kulturerbegütern für die UNESCO-Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt. Die notwendigen Unterlagen wurden am 31. März 2021 an das Sächsische Staatsministerium für Regionalentwicklung übersandt.

Zur Bewertung der eingereichten Vorschläge hat das Landesamt für Denkmalpflege eine interdisziplinär besetzte Kommission gebildet. In den vergangenen zwei Tagen hat diese getagt und die Kulturerbestätten vor Ort besichtigt.

Unter Berücksichtigung der für das Welterbe relevanten Kriterien zur Darstellung des außergewöhnlichen universellen Wertes empfiehlt die Kommission dem Sächsischen Kabinett im Ergebnis der Sitzung folgende Rangfolge für die Weiterreichung an die Kulturministerkonferenz im Oktober 2021:

  1. Die Göltzschtalbrücke
  2. Stätten des Meissener Porzellans,
  3. Hauptgestüt Graditz: Eine Gestütslandschaft des 19. Jahrhunderts

 

Nach der Evaluierung durch einen internationalen Fachbeirat im Jahr 2022, wird die Kulturministerkonferenz im Jahr 2023 die neue Tentativliste beschließen und zum 1. Februar 2024 bei der UNESCO vorlegen.

Die Stätten des Meissener Porzellans werden als ein herausragendes Beispiel einer europäischen Porzellanmanufaktur angemeldet und setzen sich aus zwei Bestandteilen zusammen: der Albrechtsburg, in der 1710 die erste Porzellanmanufaktur Europas gegründet wurde, und der 1861-65 erbauten, eigens für die Porzellanherstellung errichteten neuen Manufaktur in Meißen-Triebischtal, die die Albrechtsburg ablöste. Als erste und älteste europäische Porzellanmanufaktur setzte die Meissener Manufaktur die technologischen und gestalterischen Maßstäbe für alle nachfolgenden Porzellanmanufakturen. Die Meissener Manufaktur hat nicht nur die europaweite Porzellanherstellung maßgeblich geprägt, sondern auch die europäische Porzellankunst und -kultur nachhaltig und über das 18. Jahrhundert hinaus trotz konkurrierender Manufakturen über 300 Jahre beeinflusst. Die Meissener Porzellanmanufaktur wurde im späten Barock zum Trendsetter für die gesamte Tisch- und Tafelkultur in Europa. Mit Porzellan gedeckte Tafeln wurden zum Standard. Die Bedeutung der Meissener Porzellanmanufaktur für die Porzellanherstellung, -kunst und -kultur in Europa ist vergleichbar mit der herausragenden Bedeutung der Zentren der Porzellanherstellung in Jingdezhen für China und Arita für Japan.